
Draußen kochen im Herbst und Winter: Warum ein Kamado das ganze Jahr über begeistert
Blog - 5 Minuten
Ein raffiniertes Gericht mit frischen Meeresnoten und subtilem Grillaroma.

Wie stellst du die richtige Temperatur auf deinem Kamado ein? Für viele Kamado-Einsteiger ist das eine Herausforderung. Mal wird der Kamado viel zu heiß, mal kommt er einfach nicht auf Temperatur. Mit den Tipps und der Schritt-für-Schritt-Anleitung in diesem Blog lernst du, wie du die Temperatur deines Kamados im Griff behältst.
Holzkohle braucht Sauerstoff, um zu brennen. Über die untere Lüftungsöffnung des Kamados strömt Luft hinein. Über die obere Öffnung entweichen warme Luft und Verbrennungsgase. Indem du diesen Luftstrom regelst, bestimmst du, wie viel Holzkohle verbrennt und wie viel Wärme dabei entsteht. Mehr Luft bedeutet in der Regel mehr Verbrennung und eine höhere Temperatur, während weniger Luft die Verbrennung bremst.
Welche Temperatur du einstellen musst, hängt davon ab, was du zubereiten willst. Das sind die Richttemperaturen für verschiedene Gerichte und Zubereitungsarten:
Wie bringst du deinen Kamado auf die gewünschte Temperatur? Das beginnt bei der Holzkohle. Wähle vorzugsweise hochwertige Hartholzkohle mit ausreichend großen Stücken und wenig Staub. Das sorgt für eine vorhersehbare Verbrennung. Bei langen Garzeiten sind größere Stücke ideal: Sie lassen genügend Luft durch und brennen lange. Tipp: Prüfe vor dem Start auch, dass keine alte Asche vor den Lüftungsöffnungen im Feuerkorb liegt.
Ein häufiger Fehler ist, zu viel Holzkohle auf einmal anzuzünden. Für eine Low-&-Slow-Zubereitung brauchst du nur ein kleines Feuer. Beginne deshalb mit einem Anzündpunkt, lass die Holzkohle langsam angehen und behalte die Temperatur im Auge. Willst du dagegen bei hoher Temperatur grillen? Dann kannst du die Holzkohle an mehreren Stellen anzünden. So entsteht schneller eine größere brennende Fläche. Verwende immer geeignete natürliche Anzünder und vermeide chemische Grillanzünder.
Angenommen, du willst Pulled Pork bei 110 °C zubereiten. Lass den Kamado zuerst langsam aufheizen. Begrenze die Luftzufuhr dann bereits, wenn die Temperatur Richtung 80 bis 90 °C geht. Die Temperatur steigt nämlich noch eine Weile weiter. Wartest du, bis der Kamado 110 °C anzeigt, kann die Temperatur leicht übers Ziel hinausschießen. Die genaue Stellung der Lüftungsschieber ist übrigens bei jedem Kamado anders. Deshalb ist es wichtig, dass du herausfindest, wie dein eigener Kamado auf Anpassungen reagiert.
Hast du die Lüftungsöffnungen angepasst? Dann warte etwas, bevor du sie erneut verstellst. Der Kamado braucht nämlich Zeit, um die Temperatur zu stabilisieren. Behalte die Temperatur nach einer Anpassung etwa 10 bis 15 Minuten im Auge. Bei kleinen Änderungen oder einem stark aufgeheizten Kamado kann es länger dauern, bis du die Wirkung siehst. Hab also Geduld: Je mehr du an den Schiebern drehst, desto schwieriger wird es, die Temperatur zu kontrollieren.
Die Temperatur auf dem Deckelthermometer ist nicht das Einzige, worauf du achten musst. Auch die Position des Gerichts im Verhältnis zur Holzkohle beeinflusst die Zubereitung. Beim direkten Grillen liegt das Gericht über der Hitzequelle: ideal, um zum Beispiel einem Steak eine schöne Kruste zu geben. Beim indirekten Garen legst du eine Deflektorplatte zwischen Holzkohle und Gericht: Der Kamado funktioniert dann eher wie ein Ofen. Das eignet sich zum Beispiel für Hähnchen, Pulled Pork, große Fleischstücke und sogar Desserts. Du kannst beide Techniken auch kombinieren, nämlich mit der Reverse-Sear-Methode. Dabei garst du ein dickes Stück Fleisch zuerst indirekt bei 110 bis 120 °C, bis die Kerntemperatur einige Grad unter der gewünschten Endtemperatur liegt. Dann nimmst du das Fleisch vom Kamado, entfernst die Deflektorplatte und erhöhst die Temperatur. Anschließend brätst du das Fleisch kurz über direkter Hitze scharf an. Extra-Tipp: Verwende ein Kernthermometer, um den Garpunkt zu prüfen.
Ist die Temperatur deines Kamados doch zu hoch gestiegen? Dann begrenze die Luftzufuhr und gib der Temperatur Zeit zu sinken. Öffne den Deckel nicht unnötig, denn zusätzlicher Sauerstoff kann die Verbrennung sogar verstärken. Musst du den heißen Kamado trotzdem öffnen? Dann tu das immer vorsichtig und schrittweise, um plötzliche Stichflammen zu vermeiden.
Gerade weil du die Temperatur eines Kamados so präzise regeln kannst, sind die Möglichkeiten endlos. Nimm dir wirklich die Zeit, deinen eigenen Kamado kennenzulernen. Probiere verschiedene Gerichte und Zubereitungsarten aus und entdecke, wie der Kamado auf Anpassungen reagiert. Denn je mehr Erfahrung du sammelst, desto mehr Spaß macht das Kochen im Freien.
Hol alles aus deinem Primo heraus